Ich hab ja schon gedacht die Lilien blühen, wenn wir im Urlaub sind und ich verpasse es ganz. Aber: Nachdem in den letzten Tagen die geschlossene Blühte immer bunter wurde wusste ich, bald ist es soweit. Die Sonne hat heute nochmal gut was dazu gegeben und - plumps - hier haben wir die erste Lilie auf unserem Balkon.
Ich liebe ja Lilien sehr. Außerdem sind sie eine Erinnerung an unsere verstorbene Samtpfote Lilli.


Gestern war es soweit: Wir mussten von unserer Lilli Abschied nehmen. Es war ja vorauszusehen, dass wir irgendwann diesen Schritt gehen müssten. Schwer ist es trotzdem, war die Süße doch nicht einfach nur irgendein Tier, das zufällig bei uns schlief und fraß, sondern eine echte Charakterkatze, die sich innerhalb von ein paar Minuten in unsere Herzen köpfelte…
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So, gestern also nochmal zum Tierarzt mit Lilli. Verändert hatte sich nicht viel, außer, dass Lilli ziemlich platt von dem Cortison war. Im Gaumen hat die Tierärztin eine Veränderung gesehen. Das erhärtet den Verdacht des Tumors. Machen kann man aber wie gesagt nix. Also gab es nochmal Antibiotika und Cortison (diesmal in geringerer Dosis) gespritzt, und Cortison in Tabletten-Form mit. Mit denen sollen wir mal probieren, wie Lilli sie am besten verträgt.
Seit gestern Nachmittag hat Lilli nicht mehr geblutet - was ich toll finde! Und sie ist auch schon wieder recht mitteilungsbedürftig.
Schauen wir mal wie es mit der Maus weiter geht.
Was ein Tag! Eigentlich wollte ich heute Morgen noch etwas für die Magisterarbeit machen und heute Nachmittag wollten wir dann zu Freunden Grillen gehen. Ich saß also im Wohnzimmer am Laptop und starrte den Monitor an, als Lilli im Flur auftauchte und quäkte. “Na, Hunger?” sagte ich und kam auf sie zu. Dann sah ich Blutflecken direkt vor ihr auf dem Boden, hockte mich und schaute Lilli genau an. Das Mäulchen war ganz blutig und als sie wieder quäkte sah ich, dass der Mundraum voller Blut war. Also bin ich zu Peter, sagte ihm Bescheid und bestellte ein Taxi, während Peter bei der Tierarztpraxis anrief um zu sagen, dass wir kommen müssen. Währenddessen war Lilli in der Küche und genehmigte sich den Rest des noch dastehenden Nassfutters. Sie schien nicht mal gemerkt zu haben, dass sie blutete…
Beim Tierarzt angekommen schaute sich die Tierarztin das Mäulchen - unter Protest von Lilli - an, und nachdem ich ihr nochmal die Geschichte mit dem möglichen Tumor erzählte war sie unserer Meinung, dass es vermutlich daran liegt. Das bluten hörte in der Tierarztpraxis auf. Wir warteten noch ein bisschen, ob es vielleicht gleich wieder anfing, aber nichts passierte. Also riefen wir uns ein Taxi, und in dem Moment war Lillis Mäulchen wieder voll mit Blut. Also Taxi wieder abbestellt, und wieder in die Praxis. Mäulchen nochmal ausgespült, Kortison und Antibiotika gespritzt. Die Ärztin meinte, dass es zwar schlimm aussieht, es aber nicht so viel Blut wäre, dass sie daran sterben würde, und dass wir sie mit nach Hause nehmen könnten und morgen nochmal wegen Spritzen und Kontrolle kommen sollten. Wenn natürlich etwas dramatisch heute schlechter werden sollte, dann natürlich den Notdienst anrufen und vorbei kommen, aber zur Zeit sei es nicht akut.
Peter und ich wissen natürlich, dass es nicht ewig so mit der Maus weitergehen kann. Das bluten ist aber wohl nicht so heftig wie wir, vor allem ich, befürchtet haben, trotzdem müssen wir uns natürlich darauf einstellen, sie irgendwann erlösen zu müssen. Aus medizinischer Sicht wäre es absolut vertretbar, meinte die Ärztin, weil sie nur noch Linderung schaffen können, aber keine Heilung und es der Katze schon nicht gut geht. Auf der anderen Seite ist sie noch interessiert, selbst beim Tierarzt, und deshalb geben wir ihr noch ein bisschen Zeit. Letztendlich müssen wir den Zeitpunkt bestimmen, an dem Lilli so wenig Lebensqualität hat, dass wir den letzten Schritt gehen müssen.
Zuhause hat sie jetzt noch einmal kurz geblutet. Sie ist ganz schön geschafft vom Tierarztbesuch und schläft viel. Morgen wird sie es mir sicher übel nehmen, dass ich wieder mit ihr hinfahre… aber da müssen wir durch, damit sie ihre Spritzen bekommt.
Ich stehe gerade in der Bibliothek und suche den Band mit ausgewählten Schriften von Margot Honecker, als mein Handy vibriert.
Ich: Ja, hallo?
Peter: Hallo! Ich bin’s! Sag mal, die Katze schreit so, soll ich irgendwas machen? (schreiende Katze im Hintergrund) Futter vielleicht?
Ich (grinsend): Ja, mach mal!
Peter: Okay. Was denn?
Ich: Unter der Spüle müsste so eine Packung Miamor sein.
Peter: Äh, hm… ach … (rumpeln im Hintergrund) … da… Ja, hab ich. Soll ich das jetzt auf einen Teller tun?
Ich (noch mehr grinsend): Naja, Napf wäre besser.
Peter: Okay! Bis nachher!
Ich: Tschüß!
Wie hat die Katze eigentlich den Monat überlebt als ich in Ungarn war?
Ach, ich freu mich schon! Heute dürfen Peter und ich die Nachschreibeklausur meiner Chefin beaufsichtigen. Sie kann heute nicht da sein und übergibt deshalb die ca. 25 Studis in meine Hände. *harharhar*
Danach dann Mittagessen und den Reader für die Chefin zusammenkopieren, Buch in der Bib abholen, die Bewerbung abgeben und dann mit der Mieze zum Tierarzt.
Die Miez hatte gestern und vorgestern etwas Nasenbluten, aber nicht schlimm und heute scheint es auch wieder ganz weg zu sein. Zum Glück! Dafür hat das Katzentier wirklich jede Tablette die letzten Tage verweigert, so dass ich heute morgen die Tablettenportion im Mörser zerstampft und ins Nassfutter gemischt habe. Sie hat auch schon brav etwas gefressen, aber vermutlich eben nicht die Menge, die sie sollte. Aber besser als gar nichts. Ich hoffe die Entzündung ist trotz unregelmäßiger Antibiotika-Einnahme etwas zurück gegangen. Na, mal schauen!
Lilli und ich sind eben vom Tierarzt zurück. Die Antibiotika, die wir jetzt geben, helfen schon gut, deswegen geben wir die erstmal bis nach Ostern weiter und dann schauen wir mal wie es aussieht. Vermutlich probieren wir dann mal die Tabletten abzusetzen, wenn die Schiefnase dann aber wieder schlimmer wird, müssen wir wohl die Tabletten (in geringerer Dosis) dauerhaft weitergeben. So ist die Madame eigentlich ganz fit. Von daher bin ich guter Hoffnung, dass es vielleicht sogar noch besser wird mit ihrer laufenden Nase.
Was ganz anderes: Urlaub - gibt’s das überhaupt?
Ich habe ja eigentlich diese und nächste Woche Urlaub. Trotzdem bekomm ich dauern Anfragen, ob ich nicht doch vielleicht dies oder jenes machen könnte. Ist ja schön, dass ich so unentbehrlich geworden bin, und ich bin ja auch sehr flexibel mit meiner Arbeitszeit, aber wenn ich das erste mal seit ich dort arbeite mal richtig “Urlaub” mache, und sie auch alles wissen, dass ich einen großen Teil meiner Magisterarbeit in dieser Zeit schreiben will, finde ich das schon etwas… naja…
So, und anstatt mich jetzt noch mehr ablenken zu lassen, mach ich mal lieber was für meine Magisterarbeit.