Trini

trini

Das Kinderbuch „Trini“ von Ludwig Renn wurde 1954 das erste Mal veröffentlicht. Die Geschichte gibt den Bauernkrieg, der zwischen 1910 und 1920 in Mexiko stattfand, wieder. Trini, ein Indianerjunge, der erlebt, wie sein Onkel vom Gutsherr misshandelt wird, steht seinem Dorf bei, als diese beschließen den Gutsherren zu bekämpfen. Nach und nach schließen sich die weit verteilten Indianerdörfer im Land zu einem Netzwerk zusammen, die sich Gegenseitig Hilfe und Nachrichten schicken. Der Kampf gegen die Gutsherren breitet sichTrini immer weiter aus. Es bildet sich eine Bauernarmee, die umherreist um die schutzlosen Dörfern vor der Räuberarmee der Städter zu beschützen. Als Trini auf Zapata, den Anführer der Bauernarmee trifft, ist er sehr beeindruckt und geehrt als dieser ihn, sowie seinen Onkel Jeronimo und seine Großmutter Ambrosia, zu seinem engsten Vertrauten macht. Die Räuber- und die Bauernarmee kämpfen unerbittlich gegeneinander, doch die Korruption macht es der Räuberarmee schwer weiter gegen die Indianer zu kämpfen. Außerdem führen außenpolitische Maßnahmen dazu, dass eine Art Waffenstillstand stattfindet. Nach und nach kehren die Indianer in ihre Dörfer zurück, um das ihnen gegebene Land zu bearbeiten. Die Räuberarmee zerfällt aufgrund von Korruption und der Abhängigkeit der Soldaten von Marihuana.

Ludwig Renn erhielt für dieses Buch den Nationalpreis 1955.

Ludwig Renn
Eigentlich Arnold Friedrich Vieth von Golßenau.

Schriftsteller, der als Mitbegründer der proletarisch-revolutionären deutschen Literatur gilt. Ebenso SED-Funktionär.
*22.04.1889 in Dresden
1910-1920 Leibgrenadierregiment 100 in Dresden, Lehrer an einer Feldkriegsschule
1918 Wahlführer eines Bataillons der sozialdemokratisch ausgerichteten Sicherheitstruppe Dresdens, später Hundertschaftsführer der Sicherheitspolizei, Weigerung während des Kapp-Putsches auf Arbeiter zu schießen, deshalb1920 als Hauptmann ausgeschieden
1920-1923 Studium Russisch, Jura und Nationalökonomie an den Universitäten in Göttingen und München
1926/27 Studium Kunstgeschichte und Geschichtein Wien
1923-1926 freischaffender Schriftsteller in Dresden, danach in Wien und Berlin
1928 Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) und Roter Frontkämpferbund (RFB) Zwickau-Pöblitz
1928-1932 Sekretär des Bund Proletarisch-Revolutionärer Schriftsteller (BPRS)
1932 Verhaftung während eines Vortrages über militärischen Aufstand
1933 Entlassung aus der Haft
1933-1935 in der Nacht des Reichstagsbrandes verhaften und in Schutzhaft gegeben, wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zu 30 Monaten Gefängnis verurteilt
1936 Emigration in die Schweiz, danach Spanien, Mitglied der KP Spaniens
1936/37 Thälmann-Bataillon, Chef des Stabs der 11. Internationalen Brigade im spanischen Bürgerkrieg
1936 Mitglied der katalanischen Einheitspartei
1937 spanische Staatsbürgerschaft, Propagandareisen durch USA, Kanada und Cuba
1939 in Frankreich interniert, im gleichen Jahr befreit
1939-1942 KP Mexikos, dann deutsche KPD-Gruppe
1940/41 Lehrtätigkeit an der Universität Morelia
1941 Präsident der Bewegung Freies Deutschland (BFD) und des lateinamerikanischen Komitees der freien Deutschen, der Dachorganisation der antifaschistischen Organisation Lateinamerikas
Ab 1941 Studium mexikanische Archäologie und Anthropologie in Mexico-City
1947 Rückkehr nach Deutschland, Professor für Anthropologie an der TH Dresden, Mitglied des SV, Landessekretär des Kulturbundes (KB) in Dresden
1948 Vorsitzende des KB in Sachsen
1949 Dr. h.c. der TU Dresden
Ab 1949 Lehrtätigkeit über Kulturgeschichte an der Hochschule für Bildende Kunst in Dresden
Ab 1952 freischaffender Schriftsteller in Berlin
1952 Mitglied und später Ehrenpräsident der Deutschen Akademie der Künste (DAK), Vorsitzender des Arbeitskreises zur Pflege der deutschen Kultur und Sprache, Ehrenpräsident des PEN-Zentrums DDR
1961 Vizepräsident der Liga für Völkerfreundschaft der DDR
Ab 1973 Ehrenmitglied des Vorstandes des Deutschen Schriftstellerverbundes (DSV)
†21.07.1979 in Berlin

Preise und Auszeichnungen:
NP 1955 und 1961
VVO 1959
Held der Arbeit 1964
Karl-Marx-Orden (KMO) 1969
Ehrenspange zum VVO 1974
Großer Stern der Völkerfreundschaft 1979

Werke (Auswahl):
„Rußlandfahrten“ 1932
„Adel im Untergang“ 1944
„Morelia. Eine Universitätsstadt in Mexiko“ 1950
„Der Neger Nobi“ 1955
„Im spanischen Krieg“ 1955
„Krieg ohne Schlacht“ 1957
„Meine Kindheit und Jugend“ 1957
„In Mexiko“ 1979
„Anstöße in meinem Leben“ 1980

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