Käuzchenkuhle

kaeuzchenkuhle

Das Kinderbuch „Käuzchenkuhle“ von Horst Beseler wurde 1965 das erste Mal veröffentlicht. Es handelt von Jampoll, einem Jugendlichen aus Berlin, der seine Sommerferien bei seinen Großeltern in einem märkischen Dorf verbringt. Mit seinen Freunden Kristian und Schraube verbringt er viel Zeit. Er kennt sie noch von früheren Ferien, die er bei seinen Großeltern verbracht hat. Mit den beiden Freunden erlebt er Phantasieabenteuer und geht Angeln. Die Käuzchenkuhle, um die sich scheußliche Geschichten ranken, meiden die Kinder. Als der Lehrer der Dorfschule und dessen Tochter, die Schraube um den Finger wickeln kann, die drei bitten Schrott zu sammeln, damit aus dem Erlös ein Teil des Umbaus der Schule finanziert werden kann, helfen die Jungen, und bringen den ihren gesammelten Schrott in Pionieruniformen zur Sammelstelle. Dort entdeckt Schraube einen Zylinderkopf für seine Zündapp, ein kleines Motorrad, dass er für sich wieder startklar machen will. Als er den Zylinderkopf einfach mitnehmen will gibt es natürlich Ärger mit den Schrotthändlern, doch Jampoll schafft es den Zylinderkopf für seinen Freund heimlich mitzunehmen. Die Kinder erleben weitere merkwürdige Sachen als sie versuchehinter das Geheimnis zu gelangen, weswegen Jampolls Großvater und ein zurückgezogener Mann aus der Gegend sich streiten. Jampolls Großvater verhält sich sowieso merkwürdig: verbringt die ganze Zeit auf dem Dachboten mit einer alten Bibel und tut immer sehr geheimnisvoll, wenn man ihn darauf anspricht, was er auf dem Dachboden treibt. Als Großvater Kalmus im sterben liegt, erzählt er Jamoll seine Geschichte, wie er kurz vor Kriegsende von SS-Leuten gezwungen wurde, eine Kiste im See zu versenken, wie sein Freund danach durch seine Schuld umkam. Die Kinder stellen dem Fremden eine Falle, als dieser versucht an die Kiste zu kommen. Nach diesem letzten Abenteuer, bei dem der Fremde umkommt, wird die Identität des Fremden, der Kalmus ständig nachgestellt hatte, bekannt: Er gehörte zu einer Sondereinheit, die während des Zweiten Weltkrieges an der Vernichtung von Juden und Christen teilhatte. Außerdem raubten diese Menschen Kulturschätze aus den besetzten Gebieten. Einer dieser Schätze war in besagter Kiste und der Fremde versuchte sie zu finden, um sich daran selbst zu bereichern.

Horst Beseler
Erzähler, Kinder- und Jugendbuch- sowie Filmautor, der in seinen Werken Kriegserlebnisse schildert und die Probleme der nachgeborenen Generation thematisiert.

*19.05.1925 in Berlin
1944-1945 Kriegsdienst, amerikanische Gefangenschaft
1945-1947 Telefonist und Techniker im Filmkopierwerk Berlin-Johannisthal
1947-1952 Redakteur und Journalist bei den Tageszeitungen „Neues Deutschland“ und „Junge Welt“
Ab 1952 freischaffender Schriftsteller
Ab 1973 Vorsitzender des SV im Bezirk Schwerin
Ab 1978 Mitglied des Präsidiums des SV

Preise und Auszeichnungen:
Aktivist des Fünfjahresplans 1953
2. Preis im Preisausschreiben zur Schaffung einer neuen Kinder- und Jugendliteratur (3-mal)
Fontanepreis 1957
Erich-Weinert-Medaille 1966
Fritz-Reuter-Preis 1973

Werke (Auswahl):
„Die Moorbande“ 1952
„Heißer Atem“ 1953
„Im Garten der Königin“ 1957
„Verliebt in Berlin“ 1958
„Jemand kommt“ 1972

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